ALLGÄUER HOLZTAG 2026

Kempten, 11. August 2026

Wissen ist vorhanden: Jetzt geht es um die Entscheidung!

Unter dem Motto „Zukunft bauen. Jetzt entscheiden!“ versammelte das Holzforum Allgäu beim Allgäuer Holztag 2026 im Kornhaus Kempten Experten und Expertinnen aus Wissenschaft, Holzbranche, Bauwirtschaft, Planung, Kommunen und Politik.

„Wir wissen inzwischen genau, was Holz leisten kann, und sehen hier im Allgäu, dass wir Holzbau beherrschen“, fasste Hugo Wirthensohn, 1. Vorstand des Holzforum Allgäu, den Tag zusammen. „Die entscheidende Frage ist, was wir aus diesem Wissen machen. Bei jedem neuen Projekt stellen wir Weichen: in der Planung, bei der Finanzierung, bei der Ausschreibung und bei der Materialwahl. “

Prof. Dr.-Ing. Annette Hafner von der Ruhr-Universität Bochum zeigte, wie der Holzbau zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung beiträgt. Holz speichert Kohlenstoff langfristig in Gebäuden und ersetzt emissionsintensive Baustoffe. Entscheidend sei nicht, möglichst viel Holz zu verbauen, sondern es effizient und passend zur Bauaufgabe einzusetzen. Auch Holzhybridlösungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Professorin präsentierte Beispiele, die den Holzbau auf Quartiersebene veranschaulichen. Die Erfahrungen zeigen: Materialwahl, Grundstücksvergabe, Stadtplanung und Klimaziele müssen frühzeitig zusammengedacht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Gebäudebestand. Aufstockungen, Nachverdichtungen und serielle Sanierungen bieten dem Holzbau dank seines geringen Gewichts und hohen Vorfertigungsgrads große Chancen. Für Kommunen heißt das: Viele Entscheidungen fallen lange vor Baubeginn.

Josef Ambros lenkte den Blick auf die Region. Der Holzbauanteil im Allgäu liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Doch für ihn ist das kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Angesichts des notwendigen Waldumbaus müsse man klären, wie das anfallende Holz langfristig genutzt und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden könne. Damit rückte die Kernfrage des Tages in den Fokus: Wenn das Wissen vorhanden ist, warum fällt es so schwer, daraus Entscheidungen abzuleiten?

Der Psychologe und Wirtschaftsingenieur Jürgen Koch betonte, dass Entscheidungen immer mit Unsicherheit verbunden sind. Ob sie richtig oder falsch waren, zeigt sich oft erst später. Umso wichtiger sei ein guter Entscheidungsprozess: die richtige Frage stellen, die relevanten Akteure einbeziehen, vorhandenes Wissen nutzen und die Entscheidung konsequent umsetzen.

Alte Routinen könnten dabei bremsen. Der Satz „Das haben wir immer schon so gemacht“ gebe zwar Sicherheit, werde aber problematisch, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Gleichzeitig könne übermäßige Analyse Entscheidungen verzögern. Fachwissen sei unverzichtbar, doch irgendwann müsse man handeln.

In der anschließenden Podiumsdiskussion prallten unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Themen waren Wirtschaftlichkeit, Förderungen, Zertifizierungen, öffentliche Vergabe und die Frage, unter welchen Bedingungen mehr Holzbau realisiert werden kann. Dabei wurde klar: Es geht nicht um ein einfaches „Holz gegen Beton“, sondern um die passende Lösung für jede Bauaufgabe.

Die zahlreichen Gespräche im Anschluss und die positiven Rückmeldungen aus der Branche bestätigten den Ansatz des Allgäuer Holztags 2026: Zukunftsfähiges Bauen beginnt nicht auf der Baustelle, sondern bei den Entscheidungen davor.

Wir danken unseren Sponsoren

Foto Kornhaus mit Fahnen des Holzforums
Alphornbläser vor dem Kornhaus
Vortragssaal des Kornhauses
Foto von Hugo Wirthensohn 1. Vorstand Holzforum Allgäu
Foto Landrat Oberallgäu Christian Schoch
Gäste
Lachender Gast
Vortragsaal des Allgäuer Holztags
Fotos Oberbürgermeister Stadt Kempten Christian Schoch
Würfel mit Sponsor ProHolz
Foto Professorin Annette Hafner
Dekomaterial der Bühne
Josef Ambros auf der Bühne
Gesa Zötler mit Jürgen Koch in Diskussion
Christian Wilhelm in der Podiumsdiskussion
Gast stellt Fragen
Bühne mit Titelbild und Schriftzug Jetzt entscheiden
Gruppenbild Referenten auf der Bühne
Ausstellungsmodell Holzpavillon
Professorin Annette Hafner in Diskussion
Maike Breitfeld im Gespräch
Foto von Andreas Ressle
Gäste im Gespräch
Sponsorin Katharina Germann
Gäste im Gespräch