Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik (WBW) beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ein neues Gutachten mit dem Titel „Jenseits des Kielwassers: Zielkonflikte und Synergien multifunktionaler Waldbewirtschaftung“ vorgelegt. Darin warnen die Expert:innen davor, dass die wachsenden gesellschaftlichen Erwartungen an den Wald, die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels sowie steigende Waldschäden die Zielkonflikte zwischen Holzproduktion, Naturschutz, Klimaschutz und Erholungsnutzung weiter verschärfen.
Das Gutachten mahnt zu einem realistischen Umgang mit diesen Konflikten und betont, dass eine nachhaltige Waldpolitik nur gelingen kann, wenn Zielkonflikte offen benannt, Prioritäten transparent gewichtet und die Waldbewirtschaftung konsequent an die neuen Herausforderungen angepasst wird. Insbesondere müsse die Bedeutung naturnaher, biodiversitäts- und klimaresilienter Wälder gestärkt werden — gleichzeitig dürfe eine verantwortbare Holzproduktion nicht vernachlässigt werden.
Für den DFWR bestätigt das neue Gutachten einmal mehr, dass eine aktive, vorausschauende und multifunktionale Waldbewirtschaftung der einzige Weg ist, um die vielfältigen Ökosystemleistungen unserer Wälder — von CO₂-Speicherung über Biodiversität bis hin zu Erholungs- und Rohstofffunktionen — langfristig zu sichern. Damit der Wald seinen Beitrag zum Klima- und Naturschutz sowie zur Versorgung mit heimischem Holz leisten kann, sind laut DFWR sowohl politische Rahmenbedingungen als auch verlässliche finanzielle und personelle Ressourcen erforderlich.
Der DFWR sieht in dem WBW-Gutachten eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für künftige forstpolitische Entscheidungen — etwa bei der Weiterentwicklung nationaler Waldstrategie, Anpassung an die Klimakrise oder beim Umgang mit waldbaulichen Zielkonflikten. Es sei jetzt notwendig, die Erkenntnisse ernst zu nehmen und in nachhaltiges, praxisnahes Handeln umzusetzen — sowohl auf politischer Ebene als auch in der Forstwirtschaft vor Ort.
Wir werden das Gutachten für unsere Arbeit auswerten und einsetzen. Gleichzeitig rufen wir Politik, Waldbesitzende und Gesellschaft auf: Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Wälder auch für kommende Generationen lebendige, vielfältige und klimastabile Lebensräume bleiben — ohne die wirtschaftliche Nutzung des Rohstoffs Holz aus den Augen zu verlieren.
Zielkonflikte und Synergien multifunktionaler Waldbewirtschaftung