Wohnraumoffensive Holz

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Wohnraumoffensive Holz

Holz für nachhaltige Städte, attraktive Regionen und bezahlbares Wohnen

Städte nachhaltig zukunftsfest machen, bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten schaffen und die ländlichen Regionen weiter stärken lauten die Zukunftsaufgaben, die es in Deutschland in den nächsten Jahren anzugehen gilt.
 
Das Bauen mit Holz bietet Antworten für bezahlbares und klimafreundliches Wohnen sowie die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Während der Fokus im ländlichen Raum auf der Entwicklung der Dörfer und Gemeinden liegt, besteht in Städten und Ballungsräumen ein gigantischer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum. Allein bis zum Jahr 2030 werden in den größeren Städten zwischen 94.000 und 155.000 Wohnungen fehlen.
 
Neben seinen Eigenschaften als CO2-Speicher und Ersatz für Baumaterialien mit einer ungünstigen CO2Bilanz und Brennstoffe ist Holz der flexible Baustoff schlechthin. Der verstärkte Einsatz von Holz anstelle energieintensiver Materialien wie z. B. Stahl und Zement könnte die CO2-Emissionen im Bauwesen jährlich um 30 Millionen Tonnen senken. Seriell vorgefertigte Baumaterialien aus Holz ermöglichen schnelle Bauzeiten, was in Verbindung mit einer modularen Bauausführung zur kurzfristigen Bereitstellung von Wohnraum (in Form von Nachverdichtung, Aufstockung, Sanierung und Neubau) führen kann. Damit erreicht der moderne Holzbau in jeder Hinsicht ein besonders hohes Maß an Qualität, Flexibilität und Nachhaltigkeit. 
 
Zudem ist die Forst- und Holzwirtschaft wie kein anderer Wirtschaftszweig in der Lage, zur ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufwertung der ländlichen und urbanen Räume beizutragen. Die Verarbeitung des heimischen Holzes aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stärkt regionale Wertschöpfungsketten, sichert Arbeitsplätze insbesondere im ländlichen Raum und befördert eine dezentrale Energieerzeugung. 
 
Die Holzverwendung bietet damit enorme Chancen für lebenswerte Städte und attraktive Regionen, die es im Rahmen einer „Wohnraumoffensive Holz“ auszuschöpfen gilt:
 
 
Weichen für die klimafreundliche und flexible Schaffung von Wohnraum stellen 
 
1. Gebäudeenergiegesetz

  • Verankerung einer ganzheitlichen klimapolitischen Gebäudebilanzierung der Baumaterialien unter Einbeziehung der Innenausstattung im Gebäudeenergiegesetz für den klimagerechten Umbau des Gebäudebestands.
  • Mindestquote für den Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebereich im Gebäudeenergiegesetz für den klimagerechten Umbau des Gebäudebestands.
  • Einführung künftiger CO2-neutraler Gebäudekonzepte (inkl. Berücksichtigung der CO2 Bilanz der zur Errichtung notwendigen Baustoffe) zur Erreichung der Klimaziele. 

2. Öffentliche Vorbildfunktion bei nachhaltiger Sanierung und Neubau

  • Implementierung eines Mindesteinsatzes nachwachsender Rohstoffe beim öffentlichen Neubau im Rahmen des Gebäudeeffizienzerlasses und des „Energetischen Sanierungsfahrplans Bundesliegenschaften“, um das Potenzial insbesondere beim klimagerechten, ressourcenschonenden und bezahlbaren Bauen zu erschließen.

 3. Digitalisierung in Planung und Ausführung

  • Verpflichtende Einführung des Building Information Modelling (BIM) bei Baumaßnahmen der öffentlichen Hand. Im Rahmen des BIM werden u. a. Lebenszykluskostenbetrachtungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Gebäudes erstellt und somit bereits bei der Planung der Klimaschutzeffekt analysiert.

4. Brandschutzvorgaben 

  • Anpassung der Musterbauordnung (MBO) im Hinblick auf die Gleichstellung von Holz mit konventionellen Baustoffen, um insbesondere beim Brandschutz dem Stand von Wissenschaft und Technik Rechnung zu tragen: Die hervorragende Verwendbarkeit von Holz für tragende Bauteile in den Gebäudeklassen 4 und 5 wurde bereits anhand zahlreicher Holzgebäude und -konstruktionen nachgewiesen. 
  • Angleichung des Bauordnungsrechts durch eine zeitlich und inhaltlich einheitliche Umsetzung der MBO in den Ländern.

5. Planung und Beratung

  • Weiterentwicklung des seriellen und modularen Bauens durch standardisierte Regelwerke, die Ausnahmegenehmigungen vor allem bei mehrgeschossigen Bauvorhaben in Holz- und Holzhybridbauweise unnötig machen. 
  • Zusätzliche Planungs- und Beratungskosten zur Minderung von Markteintrittsbarrieren durch bestehende Sonderregelungen für Holz durch eine Förderung von 3000 Euro je Gebäude abbauen. 

6. Normen und Vorschriften

  • Harmonisierung der Nachweispflichten für Holz mit den übrigen Baustoffen, um den Grundsätzen der Technologieoffenheit, Wirtschaftlichkeit und Nichtdiskriminierung Rechnung zu tragen. 
  • Erschließung von Kostensenkungspotenzialen durch Abschaffung verzichtbarer Vorschriften und Einzelfallgenehmigungen durch Etablierung eines Bauteilkatalogs und referenzielle Baugenehmigungen für den Holzbau.

7. Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung 

  • Umsetzung der im Koalitionsvertrag verankerten steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung zur konsequenten Ausschöpfung der Klimaschutzpotenziale im Gebäudebestand, insbesondere im Bereich Fassaden. 

8. Abschreibungen

  • Förderung des Wohnungsbaus durch Verkürzung der Abschreibungszeiten sowie die Einführung einer befristeten Sonderabschreibung für Aufstockungen und Nachverdichtungen zur Schaffung von Wohnraum in Ballungsgebieten. 

9. Stellplatzvorgaben

  • Flexibilisierung der Stellplatzvorgaben, um die Potenziale von Aufstockungen und Nachverdichtungen auszuschöpfen und im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik die Infrastruktur für neue Mobilitätskonzepte in nachhaltigen Städten zu entwickeln. 

10. Abstandsflächen

  • Anpassung der Regelungen zu Abstandsflächen bei Aufstockungen und Nachverdichtungen für ein Nebeneinander von Sport, Wohnen, Freizeit sowie zur effizienten Flächennutzung in einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik. 

11. Baulandmobilisierung

  • Verbesserung der Baulandmobilisierung durch einen reformierten und beschleunigten Bereitstellungsprozess bundeseigener Grundstücke durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sowie die Vereinfachung des Bauplanungsrechts zur beschleunigten Verfügbarmachung von Bauland durch die Kommunen.

12. Grunderwerbssteuer

  • Anregung der Bautätigkeit und Begrenzung der Baukosten durch Einführung eines Freibetrags bei der Grunderwerbssteuer beim erstmaligen Erwerb von Wohngrundstücken in Höhe von 300 000 Euro sowie deren Harmonisierung auf 3,5 Prozent in allen Bundesländern. 

Die nachhaltige Wohnraumversorgung ist eine der wichtigsten Aufgaben für die nächsten Jahre und auch ein entscheidender Standortfaktor für unser Land. Holz kann im Rahmen einer „Wohnraumoffensive“ dabei einen wichtigen Schritt zu mehr Neubau und Wohneigentum leisten und damit entscheidend zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land beitragen. 

Quelle: www.forstundholz.net

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